Gezielter medikamentöser Therapieansatz bei Vorhofflimmern entdeckt

Dr. Cristina Molina, Arbeitsgruppenleiterin im Institut für Experimentelle Herz-Kreislauf-Forschung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), hat herausgefunden, dass bei Patient:innen mit Vorhofflimmern zu viel Protein Phosphodiesterase 8B (PDE 8B) in den Herzmuskelzellen der Vorhöfe vorhanden ist, das maßgeblich zu Vorhofflimmern führt. Diese Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift European Heart Journal veröffentlicht.

Ionenströme erzeugen elektrische Impulse, die den Herzschlag steuern. Bei chronischem Vorhofflimmern ist der Einstrom von Kalzium-Ionen in die Herzmuskelzellen vermindert. „Warum das so ist, war aber jahrzehntelang unklar, so dass keine Therapie entwickelt werden konnte, die an diesem Prozess ansetzt", sagt Dr. Molina. Jetzt konnte sie herausfinden, dass das Protein PDE 8B dafür verantwortlich ist. Bei Vorhofflimmern ist in den Muskelzellen der Vorhöfe zu viel PDE8B vorhanden, mehr als in den Muskelzellen eines gesunden Herzens. Da PDE8B nur in den Zellen der Herzvorhöfe vorkommt, könnte man diese bei Vorhofflimmern gezielt behandeln. Damit ergibt sich erstmals ein gezielter Angriffspunkt für medikamentöse Therapien gegen Vorhofflimmern. Zurzeit überprüft die Arbeitsgruppe um Dr. Molina einen Wirkstoff, der PDE8B hemmt und momentan in einer klinischen Studie zur Demenz zum Einsatz kommt. Diesen Hemmstoff testen die Forschenden im Labor an Herzmuskelzellen von Patient:innen mit Vorhofflimmern und konnten bereits beobachten, dass dieser die Kalziumströme wieder normalisiert.

Literatur: Pavlidou et al. Phosphodiesterase 8 governs cAMP/PKA-dependent reduction of L-type calcium current in human atrial fibrillation: a novel arrhythmogenic mechanism. European Heart Journal. 2023. DOI: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehad086

Kontakt für Rückfragen: Dr. Cristina Molina, Institut für Experimentelle Herz-Kreislauf-Forschung

Über Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Das 1889 gegründete Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist eine der modernsten Kliniken Europas und mit rund 14.400 Mitarbeitenden einer der größten Arbeitgeber in Hamburg. Pro Jahr werden im UKE rund 497.000 Patient:innen versorgt, 90.000 davon stationär und 407.000 ambulant. Zu den Forschungsschwerpunkten des UKE gehören die Neurowissenschaften, die Herz-Kreislauf-Forschung, die Versorgungsforschung, die Onkologie sowie Infektionen und Entzündungen. Über die Medizinische Fakultät bildet das UKE rund 3.400 Mediziner:innen, Zahnmediziner:innen und Hebammen aus.

Wissen – Forschen – Heilen durch vernetzte Kompetenz: Das UKE. | www.uke.de

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistr. 52
20251 Hamburg
Telefon: +49 (40) 7410-0
http://www.uke.de

Ansprechpartner:
Saskia Lemm
Pressesprecherin
Telefon: +49 (40) 7410-56061
E-Mail: presse@uke.de
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel