ISO 9001:2026 – Planungssicherheit durch moderate Revision und klaren Zeitplan

Im Herbst 2026 erscheint die neue DIN EN ISO 9001 – erstmals nach über zehn Jahren. Für Qualitätsverantwortliche und Compliance-Beauftragte bedeutet das: keine disruptiven Änderungen, sondern gezielte Anpassungen, die sich kontrolliert umsetzen lassen. Die dreijährige Übergangsfrist bis Herbst 2029 ermöglicht eine systematische Prozessoptimierung ohne Zeitdruck.

Revisionsprozess im Endstadium – keine größeren Überraschungen mehr

Seit September 2025 liegt der Draft International Standard (DIS) vor. Das Technische Komitee erarbeitet aktuell den finalen Entwurf (ISO/FDIS), größere Änderungen sind nicht mehr zu erwarten. Diese Planbarkeit gibt Unternehmen die Kontrolle zurück: Sie können jetzt mit der Vorbereitung beginnen und ihre Qualitätsmanagementsysteme Schritt für Schritt anpassen.

Vier zentrale Änderungen – und wie Sie Ihre Prozesse darauf ausrichten

Die ISO 9001:2026 bringt vier inhaltliche Neuerungen: 

  1. stärkerer Stellenwert des Klimawandels im Kontext von Produkt- und Dienstleistungsqualität, 
  2. Förderung einer lebendigen Qualitätskultur,
  3. intensivere Analyse von Risiken und Chancen sowie Betonung individueller Herangehensweisen.
  4. Strukturell erfolgt die Anpassung von der High Level Structure an die Harmonized Structure (HS).

„Im Vorfeld gab es intensive Diskussionen über die Ausrichtung", berichtet Silke Liehr, Produktmanagerin bei der TÜV NORD Akademie.  „Durchgesetzt hat sich eine Konsolidierung mit gezielten Anpassungen statt grundlegender Neuausrichtung – angesichts der volatilen Wirtschaftslage eine pragmatische Entscheidung, die Stabilität sichert."

Klimawandel als Steuerungsgröße: Qualität unter veränderten Bedingungen sichern

In der ISO 9001 geht es beim Klimawandel nicht um Nachhaltigkeitsberichterstattung, sondern um eine konkrete Frage: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Qualität Ihrer Produkte und Dienstleistungen aus? „Die Auswirkungen sind sehr individuell", erklärt Liehr. „Ein Just-in-time-Zulieferer im potenziellen Überschwemmungsgebiet muss andere Vorkehrungen treffen als ein Krankenhaus, wo sich Pilze durch wärmere Temperaturen schneller vermehren und die Schlaganfallgefahr steigt. In irgendeiner Form betroffen sind die meisten Unternehmen."

Diese Perspektive ermöglicht es Qualitätsverantwortlichen, Klimarisiken systematisch in bestehende Prozesse zu integrieren – ohne parallele Strukturen aufbauen zu müssen.

Qualitätskultur: Vom Papiertiger zum wirksamen Steuerungsinstrument

Hier sieht Liehr den größten Nachholbedarf: „Oft scheitern Qualitätsmanagementsysteme an fehlender Qualitätskultur. Es gibt zwar schöne Leitbilder mit Werten wie Offenheit und Transparenz, aber die Realität sieht anders aus." Die Revision bietet den idealen Anlass, eingefahrene Strukturen zu überdenken und Qualitätskultur als wirksames Steuerungsinstrument zu etablieren.

Bewährte Ansätze für mehr Kontrolle und Wirksamkeit:

  • Führung als Vorbild: Geschäftsführer führen die Managementbewertung selbst als Review und Zielmeeting mit der nächsten Führungsebene durch. Sie nehmen an Audits teil, vereinbaren Ziele direkt mit Abteilungsleitern und sind pünktlich – das sendet klare Signale.
  • Systematische Mitarbeiterbeteiligung: Digitales Ideenmanagement mit Belohnungssystem, strukturierte Team-Workshops zur Prozessoptimierung und offene Foren schaffen Kanäle für aktive Teilnahme.
  • Qualität in Routineprozesse integrieren: Qualitätsthemen werden fester Bestandteil von Routinebesprechungen, Fehler offen angesprochen. Ein Bauunternehmen kürt beispielsweise regelmäßig den „Bock der Woche" und lernt systematisch daraus.
  • Wissenstransfer rechtzeitig planen: Angesichts der Renteneintritte älterer Arbeitnehmender wird systematischer Wissenstransfer essenziell. Neue Mitarbeitende erhalten strukturierte Einführungen in QM, Arbeitssicherheit und Umweltmanagement. Wiederholungsschulungen in unterschiedlichen Formaten – von Fallbesprechungen bis Gamifikation – halten Werte und Grundsätze präsent.
  • Wirksamkeit messen: Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen zeigen, ob Maßnahmen greifen und wo nachgesteuert werden muss.

Qualitätsbegriff erweitern: Kundenfokus neu justieren

„Das Verständnis von Qualität beschränkt sich oft noch auf die Produktqualität", beobachtet Liehr. „Aber Kunden erweitern den Qualitätsbegriff." Sie legen zunehmend Wert auf Arbeitsbedingungen in der Produktion oder den ökologischen Fußabdruck. Unternehmen, die diese Dimensionen frühzeitig in ihr QM-System integrieren, behalten die Kontrolle über ihre Marktposition.

Jetzt vorbereiten – mit System und Expertise

Der Zeitplan steht: Finaler Entwurf voraussichtlich Februar 2026, Veröffentlichung Herbst 2026, Übergangsfrist bis Herbst 2029. Die TÜV NORD Akademie begleitet Sie mit spezialisierten Schulungen durch die Revision – von Grundlagen über interne Audits bis zu Upgrade-Seminaren zur ISO 9001:2026. Wer die Revision als Optimierungschance nutzt und systematisch an der Qualitätskultur arbeitet, sichert Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit für die nächsten Jahre – mit messbaren Ergebnissen statt theoretischer Compliance.

Starten mit dem Webinar der TÜV NORD Akademie

Link zum Webinar: ⁣Upgrade-Seminar: Neuerungen ISO 9001:2026 | TÜV NORD

Link zum Themenbereich Qualitätsmanagement: ⁣ISO 9001 Qualitätsmanagement: Standards und Zertifizierung | TÜV NORD

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