
Herr Vogler, Quantencomputer und photonische Systeme, wie auf der jüngsten „ISC High Performance 2026“ zu besichtigen, sind stark im Kommen. Mit den klassischen Fat Clients der Anfangstage haben sie nur noch wenig gemein. Was bedeutet dies für das Client-, oder wie es heute heißt, Unified Endpoint Management?
Jürgen Vogler: Dies prognostizieren zu wollen, wäre ein Blick in die Kristallkugel. Natürlich muss irgendwann auch ein Quantencomputer auf irgendeine Art und Weise gemanaged werden. Wir konzentrieren uns aber lieber auf die aktuellen Herausforderungen Cloud und KI. Mit deren Einflüssen, vor allem was Sicherheitsfragen angeht, muss sich die Geräteverwaltung auf der einen Seite auseinandersetzen, auf der anderen Seite muss sie auch selbst Lösungen dazu anbieten. Und genau dies tun wir.
Warum muss sich ein UEM-Anbieter heute mit der Cloud auseinandersetzen?
Jürgen Vogler: Weil Netzwerke heute zu einem guten Teil aus iOS- und Android-Geräten bestehen, die in der Regel über cloud-basierte UEM-Systeme wie Microsoft Intune verwaltet werden. Deren Vorteile sind ihre einfache Skalierbarkeit, ständige Aktualisierung und der Wegfall eigener Infrastrukturkosten. Aber die Grenzen werden schnell sichtbar: weniger Steuerungsmöglichkeiten über die mobile Schnittstelle des Geräts, kein Einfluss auf den Zeitpunkt von Updates, Server lassen sich nur mit Zusatz-Tools verwalten, und SNMP-Geräte bleiben außen vor. Deshalb brauchen Unternehmen eine Hybridstrategie aus Cloud und On-Premises für das Endgerätemanagement.
Was bedeutet das genau?
Jürgen Vogler: Geräte- und Benutzer-Gruppen werden dabei aus der Cloud-Lösung in das (führende) On-Premises-UEM überführt und sind darin sichtbar. iOS- und Android-Devices, die das UEM sonst höchstens inventarisiert, lassen sich so viel detaillierter managen. Es werden außerdem mehr Inventarinformationen als bisher in das UEM transferiert. Damit hat die Administrationsabteilung eine Übersicht darüber, welche Geräte nur von der Cloud-Lösung gemanagt werden und welche ausschließlich vom On-Premises-UEM. Resultat ist eine neue Form der Nachverfolgbarkeit in bisher nicht gekannter Detailtiefe. Bei aagon haben wir eine solche Hybridstrategie durch unser acmp Intune Management geschaffen.
Beim Thema Cloud-Plattformen schwingt immer auch das Thema Digitale Souveränität mit. Wie garantieren Sie Ihren Kunden diese?
Jürgen Vogler: Indem wir Devices aus Intune in die acmp Suite – eine europäische On-Premises-UEM-Plattform – überführen, bedeutet dies, dass sensible Informationen innerhalb der eigenen Infrastruktur verbleiben. Unternehmen behalten damit die Hoheit über die Daten-, Entscheidungs- und Betriebshoheit ihrer IT-Infrastruktur und Endpunkte, kurz, sie werden digital souverän. Kontrolle über alle Daten, Systeme und Vorgänge im eigenen Netzwerk, von der Softwareverteilung bis zum Sicherheitsmanagement, bedeutet selbstbestimmte IT, ohne Abhängigkeit von außereuropäischen Cloud-Anbietern oder fremden Rechtsräumen.
Digitale Souveränität heißt für uns: Der Kunde entscheidet selbst, was er einsetzt. Für Kernprozesse kann ein Anbieter aus Deutschland oder Europa sinnvoll sein, für andere ist das vielleicht nicht notwendig. Wir bieten Software „Made in Germany“, die auf Wunsch auf jeder Cloud läuft. Die Souveränität stärken wir, weil unsere Kunden volle Kontrolle über ihre IT behalten und Abhängigkeiten reduzieren.
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