
ASTROSE® ist das Ergebnis von mehr als 15 Jahren Forschung. Seit 2009 wurde die Technologie dank der Förderung durch das Forschungs- und das Wirtschaftsministerium und der Unterstützung durch den Anwendungspartner LTB Leitungsbau GmbH sowie den Verteilnetzbetreiber MITNETZ STROM in den Projekten ASTROSE, ISOSTROSE, ASTROSE-VISION, ASTROSE-MAGIC und MoNet kontinuierlich weiterentwickelt und gemeinsam mit Netzbetreibern sowie Industriepartnern erprobt. Ziel war es, Stromleitungen intelligent zu überwachen und die bestehende Netzinfrastruktur effizienter auszulasten.
ASTROSE® macht bestehende Stromnetze leistungsfähiger
Das Sensorsystem wird auf Freileitungen installiert und misst Temperatur, Stromfluss, Neigung und Torsion der Leiterseile. Durch die Kombination mit Wetterdaten kann die tatsächlich verfügbare Übertragungskapazität von Stromleitungen präziser bestimmt werden. Netzbetreiber erhalten damit die Möglichkeit, bestehende Infrastrukturen besser auszulasten und kostspielige Netzausbaumaßnahmen gezielt zu ergänzen.
„Mit ASTROSE® zeigen wir, wie aus langfristiger Forschung marktreife Technologien entstehen können. Die Zusammenarbeit mit WIKA ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Fraunhofer Innovationen in die industrielle Wertschöpfung überführt und damit einen direkten Beitrag zur Energiewende leistet“, sagt Harald Pötter, Abteilungsleiter für die Entwicklungsarbeiten am Fraunhofer IZM.
Gemeinsame Weiterentwicklung für internationale Märkte
Für WIKA bedeutet die Vereinbarung den Einstieg in ein wachstumsstarkes Technologiefeld. Das Unternehmen wird ASTROSE® künftig als industrielles Produktportfolio für Energieversorgungsunternehmen weltweit anbieten. Bereits heute kommt die Technologie in Deutschland, der Schweiz und Chile zum Einsatz.
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Weiterentwicklung stehen die weitere Industrialisierung der Technologie, die Erhöhung der Robustheit der Sensorknoten für unterschiedliche Einsatzbedingungen sowie die Anpassung des Systems an internationale regulatorische und technische Anforderungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Vorbereitung des Markteintritts in Nordamerika.
Erfolgreicher Technologietransfer als Beitrag zur Energiewende
„Die Partnerschaft verbindet die Forschungs- und Innovationskraft unserer Partner in der Fraunhofer-Gesellschaft mit unserer Kompetenz in der industriellen Fertigung und der weltweiten Vermarktung von Messtechnik. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, ASTROSE® international zu etablieren und Energieversorgern neue Möglichkeiten für einen effizienteren Netzbetrieb zu eröffnen“, sagt Alexander Hein, Leiter des Geschäftsbereichs WEgrid Solutions bei WIKA.
Der Abschluss der Vereinbarung unterstreicht die Rolle der Fraunhofer-Gesellschaft als Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft. Durch die Lizenzierung der Technologie und die langfristige Entwicklungskooperation wird wissenschaftliches Know-how gezielt in industrielle Anwendungen überführt. So entsteht aus öffentlich geförderter Forschung ein marktfähiges Produkt mit unmittelbarem Nutzen für Netzbetreiber, Industrie und Energiewende.
ASTROSE® auf einen Blick
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Vom Forschungsprojekt zum Industrieprodukt
- Direkte Messung von Temperatur, Stromfluss, Neigung und Torsion auf dem Leiterseil statt indirekter Modellberechnung
- Energieautarke Sensorknoten mit drahtloser Datenübertragung
- Einsatz in Hoch- und Höchstspannungsnetzen
- Anwendungen für Freileitungsmonitoring, Ampacity-Berechnung, Eislastdetektion und Zustandsüberwachung
Nutzen für Netzbetreiber
- Bessere Auslastung bestehender Stromleitungen
- Unterstützung des NOVA-Prinzips „Netzoptimierung vor Netzausbau“
- Beitrag zur kosteneffizienten Modernisierung der Stromnetze und zur besseren Integration erneuerbarer Energien
- Höhere Transparenz über den tatsächlichen Zustand der Leitungen
- Verlängerung des Produktlebenszyklus bestehender Trassen
Das Fraunhofer IZM ist weltweit führend bei der Entwicklung und Zuverlässigkeitsbewertung von Technologien für die Aufbau- und Verbindungstechnik von zukünftiger Elektronik. Hierdurch entstehen Eigenschaften, die bislang eher untypisch für Mikroelektronik sind: zum Beispiel wird sie dehn- oder waschbar, hochtemperaturbeständig oder extrem formangepasst. Die Forschenden des Fraunhofer IZM setzen dabei ebenso Maßstäbe für die Umweltverträglichkeit von Elektronik.
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