Mehr CRB-Kapazität für steigende Prüfanforderungen
Der CRB-Test ermöglicht eine schnelle und praxisnahe Charakterisierung des Widerstands von Kunststoffwerkstoffen gegenüber langsamem Risswachstum. Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens liegt in der vergleichsweise kurzen Prüfzeit: Im Gegensatz zu etablierten Langzeitprüfungen können aussagekräftige Ergebnisse innerhalb weniger Tage erzielt werden. Die Prüfung erfolgt zudem bei Raumtemperatur und kommt ohne umweltkritische Netzmittel aus.
CRB gewinnt in immer mehr Normen an Bedeutung
Die zunehmende Verankerung des Prüfverfahrens in Normen unterstreicht seine wachsende Relevanz für Hersteller und Anwender von Kunststoffrohrsystemen. So wird der CRB beispielsweise im Umfeld der Normenreihe DIN EN 1555 für Gasversorgungsleitungen und DIN EN 12201 für Wasserversorgungssysteme eingesetzt. Auch für den Einsatz von PP-Rezyklaten gewinnt die Methode an Bedeutung. Die aktuelle DIN EN 14758-1:2023-11 enthält beispielsweise einen informativen Anhang zur Anwendung des CRB-Verfahrens nach ISO 18489 auf PP-Rezyklate. Damit findet das CRB-Verfahren zunehmend Anwendung in der Materialcharakterisierung sowie in der Qualitätssicherung und Produktentwicklung von Kunststoffrohrsystemen.
„Wir beobachten seit einiger Zeit eine deutlich steigende Nachfrage nach CRB-Prüfungen. Gleichzeitig sehen wir, dass die Methode in immer mehr Normen und Anwendungsbereichen relevant wird. Mit der zusätzlichen Prüfmaschine schaffen wir deshalb weitere Kapazitäten“, erklärt Johannes Engert, Gruppenleiter Rohrprüfung am SKZ. „Unser Ziel ist es, Prüfaufträge auch bei steigenden Stückzahlen zeitnah bearbeiten zu können. Gerade bei Materialfreigaben und Entwicklungsprojekten ist eine schnelle Verfügbarkeit der Prüfergebnisse ein wichtiger Faktor.“
Ringversuche sichern die Vergleichbarkeit der Prüfergebnisse
Das SKZ nimmt regelmäßig an Ringversuchen und Vergleichsuntersuchungen mit anderen Prüflaboren teil. Die Ergebnisse bestätigen die Vergleichbarkeit und Reproduzierbarkeit der durchgeführten Prüfungen.
Ringversuche sind ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung in modernen Prüflaboren. Für akkreditierte Prüflaboratorien ist die regelmäßige Teilnahme an entsprechenden Eignungsprüfungen beziehungsweise Ringversuchen verpflichtend. Sie ermöglichen eine unabhängige Bewertung der Prüfleistung und zeigen, wie zuverlässig und reproduzierbar ein Labor im Vergleich zu anderen qualifizierten Laboratorien arbeitet.
„Die Ergebnisse der Ringversuche zeigen, dass wir die CRB-Prüfung mit hoher Vergleichbarkeit und Reproduzierbarkeit durchführen können“, so Johannes Engert. „Sie bestätigen die Vergleichbarkeit der Prüfungen und die zuverlässige Anwendung des Verfahrens im Laboralltag.“
Die Kombination aus akkreditierter Prüfmethode, geeigneter Prüftechnik, regelmäßiger Teilnahme an Ringversuchen und langjähriger Erfahrung in der Rohrprüfung bildet die Grundlage für die Durchführung von CRB-Prüfungen am SKZ.
Mehr Kapazität für parallele Prüfungen
Mit der Investition in eine weitere CRB-Prüfmaschine von ZwickRoell erweitert das SKZ seine Kapazitäten in der dynamischen Werkstoffprüfung. Bereits seit mehreren Jahren setzt das SKZ bei der CRB-Prüfung auf Prüftechnik von ZwickRoell. Die bestehende Anlage ist aufgrund der hohen Nachfrage stark ausgelastet. Die zusätzliche Maschine ermöglicht es, Prüfaufträge künftig parallel durchzuführen und damit die verfügbare Prüfkapazität deutlich zu erhöhen.
„Neben zuverlässigen Prüfergebnissen spielt für viele Unternehmen auch die Verfügbarkeit der Ergebnisse eine wichtige Rolle“, sagt Alexander Ebenbeck, Vertriebsleiter Prüfung am SKZ. „Wenn sich Entwicklungs-, Freigabe- oder Zertifizierungsprozesse durch lange Prüfzeiten verzögern, kann dies Auswirkungen auf die Markteinführung neuer Produkte haben. Mit der zusätzlichen Prüftechnik können Prüfungen künftig verstärkt parallel durchgeführt werden. Dadurch stehen weitere Kapazitäten für steigende Prüfvolumina zur Verfügung.“
CRB als wichtiger Baustein für moderne Kunststoffwerkstoffe
Insbesondere bei modernen PE-100-RC-Werkstoffen hat sich der CRB-Test als aussagekräftige Methode zur Charakterisierung des Widerstands gegen langsames Risswachstum etabliert. Das Verfahren ermöglicht es, Werkstoffe zu vergleichen und hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegenüber dem für druckbelastete Kunststoffrohre relevanten Versagensmechanismus zu bewerten.
Das SKZ verfügt über langjährige Erfahrung in der Prüfung von Kunststoffrohren und Rohrwerkstoffen und bietet neben dem CRB weitere Prüfverfahren zur Bewertung des langsamen Risswachstums an, darunter Prüfungen nach ISO 18488 und ISO 13479. Dadurch können unterschiedliche Werkstoff- und Produktanforderungen innerhalb eines Prüfumfelds bewertet werden.
Mit der Erweiterung der CRB-Prüfkapazitäten reagiert das SKZ auf die zunehmende Bedeutung des Verfahrens in Normung, Werkstoffentwicklung und Qualitätssicherung der Kunststoff- und Rohrindustrie.
Weitere Informationen zur Rohrprüfung
Das SKZ ist ein Klimaschutzunternehmen und Mitglied der Zuse-Gemeinschaft. Diese ist ein Verbund unabhängiger, industrienaher Forschungseinrichtungen, die das Ziel verfolgen, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, insbesondere des Mittelstandes, durch Innovation und Vernetzung zu verbessern.
SKZ – Das Kunststoff-Zentrum
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