
Nutzung bereits ab der Installationsphase
Während herkömmliche Seilaufzüge erst nach vollständiger mechanischer Errichtung des Turms eingesetzt werden können, ist der neue Lift bereits ab dem ersten Meter nutzbar. Möglich wird dies durch Leiterteile mit Zahnstange, deren Führungsprofile am Boden starten und mit dem Turmaufbau mitwachsen. In der Installationsphase entfällt dadurch in vielen Fällen das aufwendige und körperlich belastende Klettern.
Bestehende Seilaufzüge können dagegen erst eingesetzt werden, wenn der Turm vollständig steht und die Seile für die Durchlaufwinde im oberen Bereich eingehängt werden können. Zudem dürfen sie häufig erst nach Abnahme der Gesamtanlage genutzt werden. Der akkubetriebene Zahnstangenlift kann hingegen von Beginn an betrieben werden. Das bringt erhebliche Arbeitserleichterungen, reduziert Risiken und unterstützt effizientere Abläufe auf der Baustelle.
Einfacher Transport, flexible Montage und servicefreundlicher Austausch
Der Lift lässt sich nach Installation des Leiterwegs unkompliziert in den Turm einbringen. Ein spezielles Transportgestell ermöglicht sowohl stehenden als auch liegenden Transport. Innerhalb des Turms kann die Maschine liegend mit einem zerlegbaren Rohrgerüst aufgerichtet werden.
Auch Service und Austausch wurden von Anfang an mitgedacht: Die Maschine kann auf das Transportgestell gefahren, vom Führungssystem gelöst und ergonomisch entfernt werden. Dadurch ist auch ein späterer Abtransport nach mehr als 25 Jahren mit minimalem Aufwand möglich.
Antwort auf wachsende Herausforderungen moderner Windkraftanlagen
Mit zunehmender Höhe moderner Windkraftanlagen steigen die Anforderungen an Transportsysteme deutlich. Höhere Türme sind wirtschaftlich attraktiv, da die Luftströmungen in größeren Höhen gleichmäßiger und laminarer sind. Gleichzeitig nehmen jedoch Turmauslenkungen und mechanische Belastungen zu. Bei rund 200 Metern Turmhöhe können Auslenkungen von etwa ±2 Metern auftreten.
Konventionelle Seilaufzüge stoßen hier zunehmend an technische Grenzen. Durch Turmschwingungen können Seile gegen Innenstrukturen schlagen, beschädigt werden oder sich verheddern. Auch Austauschintervalle und Wartungsarbeiten führen zu Stillständen. Zusätzlich ist das Sicherheitsseil für das Personal vor dem Erreichen des oberen Turmbereichs nicht vollständig überprüfbar.
Der akkubetriebene Zahnstangenlift vermeidet diese systembedingten Nachteile. Gerade ab größeren Nabenhöhen gewinnt die Lösung langfristig an wirtschaftlicher und technischer Attraktivität.
Fernwartung und bildbasierte Fehlerdiagnose erhöhen Verfügbarkeit
Neben dem mechanischen Konzept setzt das System auf moderne digitale Funktionen. Dazu gehören Online-Fernwartung, ein Touchdisplay im Fahrkorb sowie eine bildbasierte Fehlerdiagnose. Betreiber und Service-Teams können die Funktionsfähigkeit des Lifts bereits vor einem Einsatz aus der Ferne prüfen.
Klare, bildliche Informationen unterstützen auch weniger erfahrene Anwender bei der Bedienung und Fehlerbehebung. Damit trägt das System dazu bei, ungeplante Stillstände zu vermeiden und die Transportmöglichkeit für bis zu zwei Personen und Material zuverlässig bereitzustellen.
Modulares Gesamtkonzept statt einzelner Kerninnovation
Die Stärke des Produkts liegt nicht in einem einzelnen Bauteil, sondern in der Kombination zahlreicher aufeinander abgestimmter Lösungen. Dazu zählt das ressourceneffiziente Führungssystem, das auf klassische Querverbindungen verzichten kann, indem die Steifigkeit über die ohnehin notwendigen Anbindungen an die Außenwand erreicht wird.
Auch der Schlitten wurde neu gedacht: Eine H-förmige Anordnung ermöglicht das Durchsteigen des Aufzugs von unten bis in die Kabine und darüber hinaus. Der Auffahrschutz lässt sich beim Einstieg von oben ergonomisch per leichtem Tritt öffnen und schwenkt automatisch nach oben weg.
Für den zentralen Laderegler zum bidirektionalen Laden und Entladen sowie für den Antrieb mussten spezielle Komponenten entwickelt werden, da geeignete Lösungen in dieser Leistungsklasse nicht verfügbar waren.
Mit dem akkubetriebenen Zahnstangenlift entsteht somit eine Lösung, die Sicherheit, Verfügbarkeit und Effizienz im Betrieb moderner Windkraftanlagen neu bewertet – und den Transport im Turm von der Installationsphase bis zum langfristigen Serviceeinsatz nachhaltig verbessert.
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