
Die Zahlen der Branche sind eindeutig: Nach Beobachtungen des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) registrierte die Branche schon im ersten Halbjahr des Jahres 2025 so viele Fälle von Phantomfrachtführern wie im gesamten Jahr zuvor. Allein in Deutschland verschwinden pro Jahr fast 26.000 Lkw-Ladungen. Die dadurch verursachten direkten Schäden summieren sich auf etwa 1,3 Milliarden Euro jährlich.
Zurück bleiben verlorene Ware, offene Haftungs- und Regressfragen und beschädigtes Vertrauen bei Kunden. Für kleinere Betriebe sind das Beträge, die den Bestand des Unternehmens gefährden können. Der entscheidende Punkt: Der Betrug beginnt nicht auf der Straße, sondern am Schreibtisch – im Moment der Auftragsvergabe.
Die Masche wird immer dreister
Lange setzten die Täter vor allem auf Identitätsdiebstahl per E-Mail: Die Adresse einer bekannten Spedition wird minimal verändert – ein zusätzlicher Buchstabe, ein vertauschtes Zeichen, ein eingefügter Bindestrich. Wer nicht genau hinsieht, bemerkt die Täuschung nicht. Dazu fälschen die Betrüger Dokumente wie Versicherungsbestätigungen oder EU-Lizenzen. Der Aufwand ist gering, die Beute hoch – und längst geht es nicht mehr nur um Metalle wie Kupfer oder Messing: Von Elektronik über Kleidung bis Kaffee wird nahezu alles unterschlagen. Damit ist jeder Transport potenziell gefährdet.
Weil Frachtenbörsen inzwischen automatische Prüftools anbieten, werden die Methoden der Banden immer dreister: Sie hacken sich direkt in die IT-Systeme der Speditionen. Ist ein E-Mail-Account erst übernommen, vergeben und bestätigen die Täter Transportaufträge über echte Zugänge und ändern sogar Einträge in Frachtenbörsen. Für Geschäftspartner ist dann nicht mehr zu erkennen, dass sie gar nicht mit dem echten Unternehmen kommunizieren – das bloße Prüfen der E-Mail-Adresse greift bei dieser Methode nicht mehr.
Prävention wirkt dort, wo Aufträge vergeben werden
Einerseits wird Speditionen deshalb dringend empfohlen, ihre technischen Schutzmaßnahmen und Sicherheitsupdates auf dem neuesten Stand zu halten. Ebenso wichtig sind aber aufmerksame, geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese müssen sensibilisiert werden, nicht unbedacht auf Links oder unbekannte Anhänge zu klicken und damit die sprichwörtliche Büchse der Pandora zu öffnen.
Wer täglich Frachtführer beauftragt oder mit Subunternehmern arbeitet, entscheidet in wenigen Minuten, ob eine Ladung sicher unterwegs ist oder verschwindet. Genau hier setzt ein neues Kursangebot von SPEDIFORT an: Es versetzt Disponenten, Speditionskaufleute und alle beteiligten Mitarbeitenden in die Lage, verdächtige Muster früh zu erkennen und richtig zu reagieren.
Der Kurs vermittelt praxisnah unter anderem:
- wie Fake Carrier vorgehen und welche Warnsignale auf Betrug hindeuten,
- wie sich Frachtführer und Unterlagen zuverlässig prüfen lassen,
- worauf bei Aufträgen über Frachtenbörsen besonders zu achten ist,
- wie Sorgfaltspflichten dokumentiert werden – wichtig auch für den Versicherungsfall.
Drei Partner, ein Kurs aus der Praxis
Der Kurs entstand in Kooperation mit der SCHUNCK Group und der Frachtenbörse TIMOCOM. Die SCHUNCK Group bringt die Perspektive der Versicherer und des Risikomanagements ein, TIMOCOM das Wissen darüber, wie Betrüger digitale Frachtenbörsen ausnutzen – und wie man sich davor schützt. SPEDIFORT bündelt dieses Wissen in einem Format, das direkt an den Arbeitsplatz der Disponenten passt: kurz, klar und relevant für den Job.
Über SPEDIFORT
SPEDIFORT ist die Plattform für Wissen, Sicherheit und Pflichtunterweisungen in Speditionen. Sie hält Schulungen und Compliance-Nachweise an einem Ort zusammen, macht erledigte Unterweisungen jederzeit nachweisbar und hält Betriebe unabhängig von Einzelpersonen arbeitsfähig. Entwickelt von der INN-ovativ GmbH & Co. KG – aus der Branche für die Branche.
INN-ovativ GmbH & Co KG
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