
Mit steigenden Passagierzahlen im Personennah- und -fernverkehr wächst die Bedeutung von sicheren, nachhaltigen Konstruktionen im Schienenwagenbau. In diesem Bereich gibt es zahlreiche Fertigungsbetriebe, die mit spezialisierten Zulieferern arbeiten. In Ungarn ist eines dieser Unternehmen die Metal 99 Kft. aus Dabas, 50 km südlich von Budapest gelegen. Deren Konstrukteure kooperieren mit bedeutenden Waggonbauern und Ausrüstern von Verkehrsunternehmen im In- und Ausland. „Besonders unsere in eigener Konstruktion hergestellten Waggonfenster und -türen ermöglichen einen ebenso anspruchsvollen wie sicheren öffentlichen Verkehr", sagt Geschäftsführer Péter Garajszki. Der 1992 mit der Reparatur von Starkstromgeräten, Fenstern und Türen sowie der Herstellung von Türsystemen für den öffentlichen Verkehr gestartete Familienbetrieb entwickelt sich dynamisch. „Heute fertigen wir mit einem 120-köpfigen Team auch Fenster mit einem eigens entworfenen Profilsystem und sind sowohl bekannt für unsere Schiebetüren als auch für elektrisch und pneumatisch betriebene Innen- und Außenschiebe- und -schwenktüren, die wir den speziellen Wünschen unserer Kunden entsprechend konstruieren und anpassen", erklärt Péter Garajszki und fügt hinzu, dass sein Team auch die Türen für die ungarischen Hochgeschwindigkeitszüge entworfen hat, die in den neuen IC-Wagen integriert sind.
Bei der Pneumatik und in anderen Bereichen kooperiert Metal 99 seit vielen Jahren erfolgreich mit BIBUS in Ungarn. Deren Konzernmutter, die Schweizer BIBUS AG, ist europaweit eine der ersten Adressen für Full Service, wenn es um hydraulische oder pneumatische Komponenten sowie um Antriebs- und Steuerungssysteme geht. Auch als Lieferant kompletter Anlagen bekannt, lautete die Anfrage an die ungarische Tochter der BIBUS AG in diesem Fall, ob man eine große Anzahl hochwertiger Industriestoßdämpfer liefern könne, welche das Türöffnungs- und Schließsystem für Abteil-Schiebtüren von Zugwaggons in den Endlagen zuverlässig im Dauerbetrieb unterstützen und auch gegen Vandalismus an den Türen, deren Antrieben und den Profilen schützen können.
Lieber auf Nummer sicher
Das Team um Dávid Garajszki, technischer Direktor bei Metal 99, ist bei der Verwendung hochwertiger Materialien und Komponenten als Standardausrüstung für Konstruktionen sehr erfahren. Aus diesem Grund wandte man sich dem Schiebetürdesign der Züge mehrfach zu. Dieses sah im Erststadium vor, Kleinstoßdämpfer aus chinesischer Produktion wegen des Budgets in die Endpositionen der Türen zu integrieren. Im zweiten Schritt entschied sich Dávid Garajszki aufgrund des anspruchsvollen Endkunden und der Bedeutung des Projekts für Kleinstoßdämpfer Made in Germany mit am Prüfstand nachgewiesener Zuverlässigkeit und höherer Qualität, um mögliche Ausfälle nach der Lieferung an den Kunden zu vermeiden. Daher wandte er sich im Vorfeld mehrfach an BIBUS. Von diesem Systemanbieter weiß er, dass dieser ein breites Spektrum von Hydraulikprodukten anbietet. Nobert Turi, Vertriebsleiter von BIBUS, erinnert sich: „Mein Kollege bei Metal 99 hatte Zweifel an der Qualität der zuerst gewählten Dämpfer Made in China und fragte nochmals um Rat. Also empfahl ich ihm die Kleinstoßdämpfer von ACE, die wir exklusiv in Ungarn vertreiben und in den gleichen Abmessungen und mit vergleichbaren technischen Daten wie die der anderen Dämpfer auch in großen Stückzahlen vorrätig haben.“
Nachdem sie diese im Zuge einer Gratisbemusterung ausgiebig getestet hatten, waren die Verantwortlichen bei Metal 99 von den Dauerläuferqualitäten der Hydraulikkomponenten von ACE überzeugt. Allerdings lag ihr Preis über dem der chinesischen Produkte. Darauf schaute sich Norbert Turi die zuerst verwendeten Stoßdämpfer und die Anwendung noch genauer als zuvor an. Für die 55 kg schweren Schiebetüren, die mit einer maximalen Geschwindigkeit von 2 m/s bewegt werden, sollten zuerst Dämpfer mit einer Kraftaufnahme von 59 Nm/Hub zum Einsatz kommen. Weil er aus langer Erfahrung der Kooperation mit ACE weiß, dass das Unternehmen aus Langenfeld bei allen Klein- und Industriestoßdämpfern hohe Sicherheitstoleranzen einkalkuliert, machte er den Ingenieuren bei Metal 99 einen neuen Vorschlag.
Wie Falltester und Sicherheitstoleranzen den Unterschied machen
Um sich dem Preisgefüge der ursprünglich ausgesuchten Dämpfer aus Fernost zu nähern, bot Norbert Turi im Namen von BIBUS die ACE-Dämpfer vom Typ MC225EUMH an, deren Katalogwerte mit 41 Nm/Hub unter denen der Erstdaten lag. Zur Sicherheit bat er ACE zuvor, die zu erwartende maximale Überlastung der Kleinstoßdämpfer im Rahmen von Falltests in Langenfeld zu validieren. Für diesen Fall der Fälle bestätigte er den Ingenieuren von ACE die Eckdaten von 55 kg Masse je Abteiltür, die mit maximalen Geschwindigkeiten von 2 m/s aufgerissen werden und von den Dämpfern vollständig abzubauen sind. Entsprechend richtete man bei ACE den Falltestprüfstand ein und platzierte die neu selektierten Kleinstoßdämpfer auf einer Kraftmessdose. In den Falltests bremsten sie nicht nur die Masse auf den Punkt ab. Die selbsteinstellenden Kleinstoßdämpfer aus Deutschland hielten zudem der Überlast ohne Schäden am Dichtungspaket und an anderen wichtigen Stoßdämpferkomponenten wie der Kolbenstange und dem Führungslager stand. So waren sowohl BIBUS als auch das Team bei Metal 99 zufrieden und beruhigt, dass selbst mutwillige Eingriffe den Schiebetürsystemen nichts anhaben können. Für den Fall von Vandalismus gab es in dem engen Budget sogar noch eine Reserve. Die erlaubte es den Konstrukteuren, zusätzlich zu den Dämpfern von ACE in eigener Fertigung hergestellte Gummipuffer zu montieren, welche die Endlagen und Schiebetürprofile mitsamt Antrieb zusätzlich schützen.
Norbert Turi von BIBUS zeigt sich von der Service- und Produktstärke von ACE überzeugt: „Ich denke, dieser Fall zeigt sehr gut, mit welchen Sicherheitsreserven alle Stoßdämpfer von ACE ins Rennen gehen. Meiner Meinung nach lohnt sich ganz genaues Hinschauen bei den Katalogwerten aller Anbieter, wenn es um deren Angaben bei der Energieaufnahme geht. Denn falls jemand bei vergleichbaren Zylinder- und Gewindegrößen seiner hydraulischen Stoßdämpfer höhere Werte als ACE angibt, dann ist das für mich eine Übertreibung. Und wer diese Aussage anzweifelt, den bitte ich um einen offiziellen Vergleichstest." Dieser ist für Metal-99-Geschäftsführer Péter Garajszki ad acta gelegt, während er sich mit seinem Team und seinen zufriedenen Endkunden über eine rundum sichere, komfortable und vor allem nachhaltige Lösung freut.
TECHNIKKASTEN
Kleinstoßdämpfer von ACE: Dauerläufer aus Deutschland mit geringster Rückstellkraft
Eine hermetisch dichte Rollmembran zeichnet neben den in diesem Fall eingesetzten Dämpfern des Typs MC225EUMH alle weiteren Komponenten aus der Produktfamilie MC150 bis MC600 von ACE aus. Damit sind die in Deutschland gefertigten Hydraulikwinzlinge für höchste Standzeiten bis zu 25 Millionen Hüben und auch für harten Betrieb jenseits jeder Bahnstrecke geeignet. Denn weil die von ACE perfektionierte Rollmembrantechnik für phasenreine Trennung des Dämpfungsfluids zur Umgebungsluft sorgt, macht sie zudem den direkten Einbau im Druckraum, zum Beispiel als Endlagendämpfung in Pneumatikzylindern, bis zu ca. 7 bar möglich. Überdies begünstigt die Rollmembran die sehr geringen Rückstellkräfte dieser wartungsfreien, einbaufertigen Kleinstoßdämpfer. Höchste Energieaufnahme und perfekt abgestufte Härtebereiche sowie ein integrierter Festanschlag sind weitere Pluspunkte. Zudem ermöglicht die Verwendung einer Bolzenvorlagerung Aufprallwinkel von bis zu 25 Grad. Kleinstoßdämpfer aus dieser Produktfamilie sind universell einsetzbar, da sie auch als Edelstahlvarianten in V2A- und in V4A-Legierungen lieferbar sind. Sie werden zusätzlich zur Bahntechnik vor allem im Maschinen- und Anlagenbau sowie im maritimen Bereich, in Reinräumen und in der Lebensmitteltechnik genutzt.
Autor
Robert Timmerberg M. A., Fachjournalist (DFJV), plus2 GmbH, Düsseldorf, Deutschland
ACE Stoßdämpfer GmbH
Albert-Einstein-Str. 15
40764 Langenfeld
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