Lichtsignale in tiefblauem Wasser

Die Blautopfhöhle bei Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb ist bis heute nicht vollständig erkundet, obwohl in den letzten hundert Jahren viele Höhlenforscher in die tiefblaue Unterwasserwelt vorgedrungen sind. Für ungeübte Taucher ist der Blautopf gesperrt. Zu groß ist die Gefahr, sich in den weitverzweigten, kilometerlangen, unterirdischen Gängen zu verirren. Diese mystische und zugleich hochgefährliche Szenerie ist der Ort, an dem das Ingenieurbüro RP Engineering am 9. Dezember 2016 seine Unterwasserlampe testete. Denn die unergründliche Tiefe des Blautopfs, die kein Sonnenstrahl je durchdringt, stellte ideale Testbedingungen für die Tauchlampe dar: „Die Blautopfhöhle hat verhältnismäßig große Hallen, die sich perfekt eignen, um das Weitwinkellicht unserer Lampe unter Wasser auszuprobieren“, erzählt Stefan Reiser, einer der beiden Geschäftsführer von RP Engineering.

Die Unterwasserlampe „Scaleo Infinity“ bewährte sich im Test. Ihre Helligkeit, Dichtigkeit und Betriebszeit sind optimal an die Gegebenheiten unter Wasser angepasst. Mittlerweile wird die Lampe in Serie gefertigt und ist in den dunklen Tiefen sämtlicher Weltmeere und Unterwasserhöhlen im Einsatz. Sie kann sowohl die unmittelbare Umgebung unter Wasser großflächig ausleuchten, als auch fokussierte Lichtkegel erzeugen, mit denen sich die Taucher verständigen und beispielsweise auf Gefahren hinweisen können. „Auf dem Markt gibt es nur sehr wenige Tauchlampen, die diese Funktion erfüllen und gleichzeitig so zuverlässig sind wie unsere Lampe. Unsere Lampe ist zudem sehr leicht, über Wasser wiegt sie nur 323 Gramm, und sie kann unter Wasser verstellt werden“, sagt Reiser stolz.

Das Ingenieurbüro ist Entwickler, Hersteller und Dienstleister


Speziell für den Tauchsport haben Stefan Reiser und sein Geschäftspartner Maximilian Pohl noch weiteres technisches Zubehör entwickelt, darunter eine Helmlampe für trockene Höhlen und einen Regler für Heizwesten, der unter Tauchanzügen eingesetzt wird. Das Ingenieurbüro entwickelt aber nicht nur eigene Produkte, sondern stellt seine Expertise auch als Dienstleister zur Verfügung. Im Auftrag von anderen Firmen konzipiert und entwickelt die RP Engineering GmbH elektronische und mechanische Produkte und Bauteile, wie beispielsweise Spezialleuchten für die Industrie, Prüfgeräte oder elektronische Komponenten für den Einsatz unter widrigen Bedingungen. Auch die zugehörige Software programmieren Pohl und Reiser selbst. Für die Firma Mayersport aus Ostfildern integrierten sie beispielsweise einen Sturzerkennungssensor in eine Fahrradlampe. Darüber hinaus bestücken und fertigen sie elektronische Leiterplatten oder führen Lichtmessungen durch. 

Die Entscheidung, sich mit ihrem im Jahr 2016 gegründeten Ingenieurbüro in der Region Stuttgart niederzulassen, fiel den Firmengründern Reiser und Pohl leicht. „Wir haben beide an der Hochschule Esslingen studiert und fanden in der Region Stuttgart günstige Bedingungen für eine Firmengründung vor“, sagt Reiser. „Das Existenzgründungsprogramm der Hochschule Esslingen half uns dabei, uns selbstständig zu machen. Auch der Gründerwettbewerb der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart brachte uns weiter.“

An Ideen für die Zukunft mangelt es Pohl und Reiser nicht. Die beiden Erfinder haben noch viel vor.

rp-engineering.de

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