DGWF Vorstand im Public Hearing des EU-Parlaments

Der Ausschuss für Kultur und Bildung (CULT) des Europäischen Parlaments erstellt derzeit den Initiativbericht "Academic further and distance education as part of the European lifelong learning strategy" und lud dazu Experten wissenschaftlicher Weiterbildung zu einem Public Hearing nach Brüssel ein. Die Idee zum Bericht hatte die DGWF-Landesgruppe Rheinland-Pfalz und Saarland 2016 an CULT herangetragen. Nach einem Vorgespräch mit dem Berichterstatter MdEP Milan Zver im November 2016 war der DGWF-Vorstand nun Teil der Expertenrunde im Public Hearing. Margot Klinkner und Burkhard Lehmann waren für die DGWF (Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V.) vor Ort. (Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V.)

In ihrem Beitrag ‚Academic continuing education as a strategic response to demographic and technological changes‘, verdeutlichte Klinkner nach einigen grundlegenden Ausführungen fünf zentrale Punkte, die für die Entwicklung einer Europäischen Strategie lebenslangen Lernens aus Sicht der DGWF entscheidend sind.

Angesichts der Breite ihres Angebotsspektrums von berufsqualifizierenden bis hin zu allgemeinbildenden Inhalten bediene wissenschaftliche Weiterbildung ganz unterschiedliche Zielgruppen: Dazu gehören Hochschulabsolventen mit erster Berufserfahrung ebenso wie Berufstätige, die noch nie studiert haben und sich, genau wie Quer- und Wiedereinsteiger/innen, neben Beruf und Familie weiterqualifizieren möchten, bis hin zu Menschen in der nachberuflichen Phase oder aktuell auch Menschen, die aus ihrem Heimatland geflüchtet sind. Wissenschaftliche Weiterbildung verstärke so die gesellschaftliche Teilhabe an Bildung und Qualifizierung im Sinne lebenslangen Lernens und leiste als Teil des gesetzlichen Bildungsauftrags der Hochschulen mit ihren Angeboten einen wichtigen Beitrag zu Qualifizierung, Integration und Inklusion.

Während berufliche Weiterbildung auf europäischer Ebene bereits stark im Fokus stehe, würde berufsbezogene wissenschaftliche Weiterbildung, die von Hochschulen angeboten wird, bislang noch nicht genügend wahrgenommen, bemängelte Klinkner. Im Sinne einer stärkeren Durchlässigkeit der Bildungssysteme gelte es, beide Bereiche mehr miteinander zu verzahnen und gegenseitig anzuerkennen. Dazu gehöre auch eine einheitliche Praxis bei der Anrechnung von Vorleistungen auf ein Hochschulstudium. Dies sei trotz Einführung des Europäischen Qualifikationsrahmens in den europäischen Mitgliedsstaaten bislang noch nicht gewährleistet. Die Einführung einer EU-weiten Qualitätskontrolle und die Etablierung EU-einheitlicher Qualitätsstandards seien daher Grundvoraussetzung für eine Europäische Strategie lebenslangen Lernens.

Was den technologischen Wandel betreffe, so setze wissenschaftliche Weiterbildung insbesondere im Bereich des Fernstudiums digitale Medien bereits seit längerem als Instrument für flexibles Lehren und Lernen ein und könne deshalb als `Frontrunner´ der Digitalisierung bezeichnet werden. „Online-Lehre und digitale Studienformate sorgen für die nötige Flexibilität, die gerade für Studierende, die sich neben Job und Familie akademisch weiterbilden, von großer Bedeutung ist“, so Klinkner.

Wissenschaftliche Weiterbildung biete daher die strategische Antwort auf den demografischen und technologischen Wandel und müsse sowohl Teil der EU-Förderprogramme als auch Teil der europäischen Digitalisierungsstrategie werden, betonte Klinkner in ihrem Schlussplädoyer.  Dr. Margot Klinker ist stellvertretende Geschäftsführerin der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) und Vorsitzende der DGWF-Landesgruppe Rheinland-Pfalz und Saarland

Als Vorsitzender der DGWF dankte Burkhard Lehmann der Vorsitzenden des CULT-Ausschusses für die Beteiligung der DGWF am Public Hearing und sicherte den Ausschussmitgliedern die weitere Zuarbeit bei Erstellung des Initiativberichts zu.

Zur Video-Aufzeichnung des Public Hearings: goo.gl/qQ7JB3

Weitere Informationen zum DGWF-Beitrag https://dgwf.net/article/public-hearing/

Über die DGWF

Die DGWF – Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium ist ein Zusammenschluss von mehr als 300 institutionellen und persönlichen Mitgliedern aus Hochschulen und hochschulnahen Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Netzwerk für lebenslanges Lernen an Hochschulen fördern, koordinieren und repräsentieren die DGWF die von den Hochschulen getragene wissenschaftliche Weiterbildung. Um wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium in Hochschulen, Gesellschaft und Politik zu positionieren und zu den wichtigen Diskursen beizutragen, nutzt sie eine Vielzahl von Publikations-, Kommunikations- und Veranstaltungsformaten und arbeitet mit allen relevanten Akteuren auf den unterschiedlichen Ebenen zusammen – so auch auf europäischer Ebene als Mitglied in EUCEN – European University Continuing Education Network. Die Bedeutung digitaler Formate in der Hochschulweiterbildung und im Fernstudium steht dabei zunehmend im Fokus.

Über zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund

Die ZFH – Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung des Landes Rheinland-Pfalz mit Sitz in Koblenz. Auf der Grundlage eines Staatsvertrages der Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland kooperiert sie seit 1998 mit den 13 Hochschulen der drei Länder und bildet mit ihnen gemeinsam den ZFH-Fernstudienverbund. Darüber hinaus kooperiert die ZFH mit weiteren Hochschulen aus Bayern, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Das erfahrene Team der ZFH fördert und unterstützt die Hochschulen bei der Entwicklung und Durchführung ihrer Fernstudienangebote. Mit einem Repertoire von über 70 berufsbegleitenden Fernstudienangeboten in betriebswirtschaftlichen, technischen und sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen ist der ZFH-Fernstudienverbund bundesweit größter Anbieter von Fernstudiengängen an Hochschulen mit akkreditiertem Abschluss. Alle ZFH-Fernstudiengänge mit dem akademischen Ziel des Bachelor- oder Masterabschlusses sind von den Akkreditierungsagenturen AQAS, ZEvA, ACQUIN, AHPGS bzw. FIBAA zertifiziert und somit international anerkannt. Neben den Bachelor- und Masterstudiengängen besteht auch ein umfangreiches Angebot an Weiterbildungsmodulen mit Hochschulzertifikat. Derzeit sind über 6000 Fernstudierende an den Hochschulen des ZFH-Verbunds eingeschrieben.

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