
Vier große Softwarehersteller haben 2026 innerhalb weniger Monate an Preis und Vertragsbindung gedreht. Adobe erhöht in zwei Schritten, Microsoft hebt zum 1. Juli das gesamte kommerzielle Portfolio an und setzt mit der Suite E7 eine neue Spitze darüber, Broadcom rechnet VMware ausschließlich im Abonnement und pro Prozessorkern ab, Oracle verschärft die Auslegung bei der Standard Edition 2. Für Lizenzverantwortliche fallen diese Verhandlungen in dasselbe Budgetjahr.
Zwei Schritte bei Adobe, eine Portfolio-Anhebung bei Microsoft
Adobe hat die Preise für Acrobat Standard in den Programmen Teams und Enterprise zum 1. April 2026 um rund 13 bis 14 % angehoben. Betroffen sind Verlängerungen, Neuabschlüsse und Nachkäufe ab diesem Stichtag. Zum 1. Juni 2026 folgte die EMEA-weite Angleichung der Listenpreise mit rund 3 % auf Creative Cloud und rund 10 % auf Document Cloud. Microsoft zog zum 1. Juli 2026 nach: Enterprise E3 steigt um rund 8 %, E5 um gut 5 %, Business Basic um 17 %. Parallel ist seit dem 1. Mai 2026 Microsoft 365 E7 verfügbar, die Bündelung aus E5, Copilot, Agent 365 und Entra Suite, zum Listenpreis von 99 US-Dollar je Nutzer und Monat.
Die Bindung wiegt schwerer als der Preisaufschlag
Neben den Beträgen verändern sich die Vertragsmechaniken. Adobe hat die Rabattstufen umgebaut, Abnahmen zwischen 10 und 49 Lizenzen erhalten keinen Mengenrabatt mehr, ab 50 Lizenzen bleiben Rabatte auf niedrigerem Niveau, die günstigsten Konditionen hängen am Dreijahresvertrag. Broadcom hat Perpetual-Lizenzen abgeschafft und das Portfolio auf wenige Bundles verdichtet, womit Kunden Funktionen mitkaufen, die sie zuvor einzeln lizenzieren konnten. Wie weit die Spanne reicht, zeigen dokumentierte Einzelfälle: AT&T bezifferte den Aufschlag in einer Gerichtsakte auf rund 1.050 %, der europäische Cloud-Verband CISPE meldet für seine Mitglieder Steigerungen zwischen 800 und 1.500 %. Solche Werte sind Ausreißer aus besonderen Vertragslagen und taugen nicht als Erwartungswert, sie markieren die Bandbreite.
Der Ausstieg gelingt seltener als angenommen
Eine Umfrage des Anbieters CloudBolt vom Januar 2026 unter 302 IT-Entscheidern nordamerikanischer Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten zeigt, wie zäh der Wechsel ist. Nur 4 % der Befragten haben ihre VMware-Infrastruktur vollständig abgelöst, 86 % reduzieren den Einsatz schrittweise, 85 % rechnen mit weiteren Erhöhungen. Die Zahlen stammen aus dem nordamerikanischen Markt, die Grundmuster decken sich nach Einschätzung der Lighthouse Alliance mit den Erfahrungen ihrer Mitglieder im DACH-Raum.
Muster erkennen statt Einzelfeuerwehr
In der Lighthouse Alliance sortieren die Mitglieder derzeit, welche Erhöhung sich real verhandeln lässt und wo eine Alternative trägt. Ein DAX-Energiekonzern prüft die Trennung von Bundle-Bestandteilen, ein Mitglied aus der Versicherungsbranche rechnet den Reifegrad seiner KI-Nutzung gegen den Sprung auf die neue Microsoft-Suite. Der geschlossene Kreis arbeitet anonymisiert, ohne Hersteller am Tisch und ohne Vertrieb. Weitere Informationen zur Arbeitsweise stehen unter lighthouse-alliance.com.
„Jede dieser Erhöhungen ist für sich genommen verhandelbar. In Summe sprengen sie die Kapazität, weil kaum ein Team vier Verhandlungen im selben Budgetjahr sauber führen kann“, sagt Markus Oberg, Chairman der Lighthouse Alliance. „Wer die Muster kennt, weiß, wo er kämpft und wo er besser nachgibt. Genau diese Einordnung entsteht im Austausch mit anderen, die dieselbe Verhandlung schon hinter sich haben.“
Über die Lighthouse Alliance
Die Lighthouse Alliance ist eine geschlossene, herstellerunabhängige Community von Software-Lizenzmanagern, IT-Einkäufern und Vendor-Managern aus über 50 Organisationen im DACH-Raum. Mitglieder tauschen sich vertraulich und anonymisiert zu Lizenzkosten, Vendor-Strategien, Cloud und Audits aus, praxisnah, auf Augenhöhe, ohne Anbieter im Kreis. Kontakt: Markus Oberg, Chairman, lighthouse-alliance.com.
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