
Für Ellen Gerspacher aus Bad Bellingen war der Weg ins Handwerk ganz und gar nicht klar. „Ich habe Abitur gemacht, wollte eigentlich immer studieren gehen“, sagt die 21-Jährige. Durch Zufall hat sie nach dem Schulabschluss einen Praktikumsplatz bei einer Schreinerei in Kandern bekommen. „Das ist auch die Schreinerei, bei der ich dann meine Ausbildung angefangen habe, weil es mir so gefallen hat.“ Mittlerweile zeigt sie als Ausbildungsbotschafterin auch anderen jungen Menschen auf, warum Handwerk bei der Berufswahl eine Überlegung wert ist.
Auch Magnus Naundorf aus Lörrach stellt – wie derzeit rund 60 andere Auszubildende aus dem südbadischen Handwerk – seinen Beruf in Schulklassen vor und berichtet auf Augenhöhe von seinem Arbeitsalltag. Der 21-Jährige absolviert aktuell eine Ausbildung zum Augenoptiker. „Ich wusste lange Zeit selbst nicht, was ich nach der Schule machen will“, sagt er. Darum mache es nun umso mehr Spaß, jungen Menschen eine Perspektive zu bieten.
Die Ausbildungsbotschafter sind nur eines von mehreren Projekten, die nicht nur im Sommer Lust auf eine Ausbildung im Handwerk machen. Schon früh ein eigenes Gehalt zu beziehen, ist nur ein Vorteil einer beruflichen Ausbildung. Das Handwerk bietet spannende Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum Meistertitel. Wer den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchte, kann mit dem Meisterbrief einen Betrieb gründen oder übernehmen.
Praktika und Ausbildungsplätze in wenigen Klicks
Freie Praktikumsplätze und Lehrstellen im regionalen Handwerk finden interessierte Jugendliche mit wenigen Klicks online: In der App „Lehrstellenradar“ und in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Freiburg. „Ein Blick in unsere Lehrstellenbörse zeigt: Die Chancen, jetzt in die Ausbildung zu starten, stehen gut“, macht Heiner Gaß, Fachbereichsleiter Berufsorientierung der Handwerkskammer Freiburg, deutlich. Zum Ausbildungsbeginn im September seien knapp 90 Lehrstellen in der Börse eingestellt. „Viele unserer Betriebe suchen nach motivierten Jugendlichen.“ Auch bei den Last-Minute-Börsen bei den Arbeitsagenturen am 8. Juli in Offenburg und am 24. Juli in Freiburg ist die Handwerkskammer Freiburg vor Ort bzw. Mitveranstalter. Dort finden Jugendliche viele noch freie Lehrstellen auf einen Blick.
Wer noch nicht weiß, welcher Beruf für die eigene Karriere in Frage kommt, kann sich auf der Homepage des Handwerks inspirieren lassen: Mit dem Berufe-Checker können die Ausbildungsberufe nach Vorlieben, Interessen, Gewerkegruppen und Ausbildungsdauer gefiltert werden. So findet jeder und jede die passende Ausbildung.
Der „Sommer der Berufsausbildung“ will verdeutlichen, dass eine Ausbildung mindestens genauso viele Karrierechancen eröffnet wie ein Studium. „Im Handwerk kann man frühzeitig mit anpacken, Verantwortung übernehmen und die großen Herausforderungen der Gesellschaft angehen“, so Gaß. „Und den Fortschritt kann man nach jedem Arbeitstag sehen.“ 2026 wird der „Sommer der Berufsausbildung“ bereits zum siebten Mal ausgerufen.
Lehrstellenbörse: www.hwk-freiburg.de/lehrstellenboerse
Informationen zu den Ausbildungsberufen des Handwerks: www.handwerk.de/ausbildungsberufe
Initiative „Ausbildungsbotschafter“
Die Initiative „Ausbildungsbotschafter“ wird durchgeführt vom Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag, dem Baden-Württembergischen Handwerkstag, der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände e. V. und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Baden-Württemberg. Sie wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg.
Die Handwerkskammer Freiburg ist Dienstleister und Ansprechpartner für fast 16.000 Handwerksbetriebe mit mehr als 100.000 Beschäftigten und rund 6.500 Auszubildenden in den Landkreisen Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach sowie dem Stadtkreis Freiburg. Die Mitgliedsbetriebe in Südbaden generierten im Jahr 2023 einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro.
Neben den staatlichen Pflichtaufgaben in Ausbildung, Prüfungswesen und Handwerksrolle übernimmt die Handwerkskammer Freiburg zahlreiche weitere Aufgaben. Sie unterhält moderne Beratungs- und Bildungszentren, in denen sie ihren Mitgliedern ein breites Spektrum an Service bietet: berufliche Bildungsangebote, Nachwuchswerbung, Rechtsberatung sowie Beratung in den Bereichen „Betriebswirtschaft“, „Betriebsübergabe und – übernahme“, „Innovation“, „Umwelt“, „Außenwirtschaft“, „Fachkräftesicherung“, „Organisationsentwicklung“ und „Digitalisierung“. Daneben unterstützt sie Existenzgründer und fördert das Handwerk vor Ort.
Handwerkskammer Freiburg
Bismarckallee 6
79098 Freiburg im Breisgau
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