Vorsicht vor Schlupflöchern im Internet

  • Noch immer ist unsicheres Spielzeug auf dem Markt
  • Neue EU-Spielzeugverordnung verschärft die Anforderungen
  • Verbraucherinnen und Verbraucher sind gefordert

Chemikalien in Kuscheltieren, Bauklötzen, Kostümen oder Quietsche-Ente – ist das nicht ein längst gelöstes Problem? Offenbar noch nicht, denn im Internet gibt es nach wie vor Schlupflöcher. Die neue, im Dezember 2025 veröffentlichte EU-Spielzeugverordnung hat die Regelungen für Schadstoffe in Spielwaren weiter verschärft, für die vollständige Umsetzung gelten jedoch Übergangsfristen bis 2030, erklären Expertinnen und Experten von DEKRA. Für Verbraucher heißt das weiterhin: Augen auf beim Spielzeugkauf, vor allem im Internet!

„Im Fokus der neuen Regelungen stehen insbesondere gesundheitsschädliche Chemikalien wie per- und polyflorierte Alkylsubstanzen (PFAS), sowie Stoffe mit endokriner Wirkung, krebserregende Substanzen, Allergene und Biozide“, erklärt Dr. Magdalena Krause, Expertin für Konsumgüter bei DEKRA. Hormonell wirksame Substanzen (endokrine Disruptoren) können beispielsweise in das Hormonsystem eingreifen und dadurch Wachstum, Fortpflanzung und das Immunsystem beeinträchtigen.

Schadstoffbelastete Spielzeuge weiterhin auffällig

„Die EU hatte schon bisher eines der höchsten Sicherheitsniveaus bei Spielzeug weltweit. Trotzdem gelangt weiterhin unsicheres Spielzeug auf den Markt, vor allem durch den Online-Handel und Importware“, sagt Expertin Dr. Krause. Das europäische Schnellwarnsystem Safety-Gate verzeichnete im Jahr 2025 allein 747 Meldungen zu unsicherem Spielzeug – rund die Hälfte davon aufgrund chemischer Belastungen. 

Aktuelle Beispiele aus der Datenbank lassen aufhorchen. Dort registrierte bunte Kunststoffkugeln, Quetschspielzeug im Sixpack, Plüschtier-Monster und ein „Fancy Wikingerkostüm“ haben eins gemeinsam: Sie sind mit Phthalaten belastet, die der Gesundheit von Kindern schaden und das Fortpflanzungssystem beeinträchtigen können. Häufig treten diese Risiken in Kombination mit weiteren Gefährdungen auf, etwa durch verschluckbare Kleinteile oder durch unsachgemäß gesicherte Batterien.

Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten sollten

Weil im Internethandel eine lückenlose Kontrolle fehlt, gelangen noch immer etliche Billigprodukte auf den heimischen Markt, die den europäischen Sicherheitsstandards nicht entsprechen. „Hier ist die Gefahr höher, ein nicht-konformes oder gefälschtes Produkt zu erwerben“, betont DEKRA Expertin Krause.

Intensiver reizender Geruch – ein Warnsignal

Die Expertin empfiehlt, auf das Vorhandensein einer vollständigen CE-Kennzeichnung, Prüfzeichen, wie etwa GS, und die Angabe eines verantwortlichen Ansprechpartners in der EU zu achten, der Rückfragen und Reklamationen ermöglicht. Auch eine Bedienungsanleitung in verständlicher Sprache darf nicht fehlen. Macht sich beim Auspacken ein intensiver reizender Geruch breit, ist das ein deutliches Warnsignal. Auch bei langen Lieferfristen und einem auffällig niedrigen Preis heißt es genau hinschauen.

Der Kauf im lokalen Fachhandel bietet Vorteile. Hier können Kundinnen und Kunden das Produkt mit allen Sinnen prüfen, in die Hand nehmen, anschauen, riechen, befühlen, ausprobieren – alles geht. Liegen Verarbeitungsmängel vor? Gibt es scharfe Ecken oder Kanten? Wirken Lackierung, Aufdrucke und Nähte solide? Der Ansprechpartner ist leicht erreichbar. Auch die Webshops bekannter Hersteller genießen Vertrauen. „Hier ist eine Prise gesunder Menschenverstand nicht verkehrt“, betont die Spielzeug-Expertin.

Was bedeutet das CE-Zeichen?

Bei der Auswahl eines Produktes geben auch Prüfzeichen eine Hilfestellung. Das CE-Zeichen zum Beispiel ist in der EU für alle Spielzeuge vorgeschrieben. Der Hersteller bestätigt damit selbst, dass das Produkt die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Eine unabhängige Institution bürgt dafür aber nicht.

Mehr Sicherheit bieten Produkte mit GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit“). Das GS-Zeichen weist darauf hin, dass ein Produkt von einer zugelassenen, unabhängigen Prüfstelle geprüft wurde und den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Prüfsiegel wie Ökotex, Blauer Engel, Spiel Gut oder DEKRA Siegel wiederum stellen spezielle Aspekte wie Umwelt, Gebrauchstauglichkeit oder Textilqualität stärker in den Fokus.

Weitere Informationen: Das EU-Schnellwarnsystem SafetyGate informiert über Non-Food-Produkte, die als gefährlich eingestuft wurden. Es ist möglich, nach Namen, Produktkategorie oder Risiko zu suchen sowie auffällige Produkte zu melden. 

Eine zentrale Neuerung der neuen EU-Spielzeugverordnung ist der Digitale Produktpass (DPP). Sobald dieser umgesetzt ist, sind damit für jedes Spielzeugprodukt die wichtigsten Informationen zu Sicherheit und Herstellung digital abrufbar.

www.dekra.de/de/schadstoffpruefung-spielzeug

Über den DEKRA e.V.

Seit mehr als 100 Jahren steht DEKRA für Sicherheit. 1925 mit dem ursprünglichen Ziel gegründet, die Verkehrssicherheit durch Fahrzeugprüfungen zu gewährleisten, hat sich DEKRA zur weltweit größten unabhängigen nicht börsennotierten Sachverständigenorganisation im Bereich Prüfung, Inspektion und Zertifizierung entwickelt. Heute begleitet das Unternehmen als globaler Partner seine Kunden mit umfassenden Dienstleistungen und Lösungen, um Sicherheit und Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben. Im Jahr 2025 hat DEKRA einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro erzielt. Mehr als 48.000 Mitarbeitende sind in etwa 60 Ländern auf fünf Kontinenten mit qualifizierten und unabhängigen Expertendienstleistungen im Einsatz. DEKRA gehört mit dem Platinum-Rating von EcoVadis zum besten 1% der nachhaltigsten Unternehmen weltweit.

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