
Eine bestehende Produktionsanlage zukunftsfähig machen
Vor diesem Problem stand auch die LGR Packaging. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Oyonnax in Frankreich ist einer der größten Hersteller von bedruckten Faltschachteln für Medikamente und viele Anwendungsbereiche mehr.
Am Standort Rheine nutzt LGR Packaging mehrere Förderlinien von Krifft & Zipsner als Zwischenlager zwischen der Druckerei mit einer Kapazität von 35 Stapeln pro Stunde auf 76 Förderlinien über zwei Ebenen und einem Zwischenlager in der Stanzerei mit 42 Förderlinien auf einer Ebene. Dazu kommen noch fünf Transferwagen als Transportmedium zwischen den Linien, den beiden Lager-Bereichen und den Zu- und Ablauf der Maschinen. Weiterhin sind eine Dreheinheit und zwei Stapelwender verbaut.
Die gesamte von Krifft & Zipsner gelieferte Fördertechnik samt Siemens-Steuerung wurde in ihrer bisher 25-jährigen Nutzung immer wieder erweitert und umgebaut. Einige Module davon waren unter Windows 11 nicht mehr lauffähig, da die Applikationen nicht mehr erweitert werden konnten und das ganze System inklusive Entwicklungsumgebung an alte Hardware gebunden war. Eine Aktualisierung von Hard- und Software auf eine neue Betriebssystem-Version war also nicht möglich.
Da eine Neu-Verkabelung, neue Steuerschränke und Neuprogrammierung den geplanten der Kostenrahmen bei weitem überschritten hätten, sollten auch keine neuen Steuerungen verbaut werden.
Für eine weitere Nutzung musste deshalb die Software mit aktuellen Werkzeugen komplett neu erstellt werden. Auch sollte die Anlage samt Betriebsdatenerfassung an das kundeneigene Enterprise-Ressource-Planning angebunden werden.
KriZiTransdesk macht einen bestehenden Maschinenpark fit für die Zukunft
Konkret handelte es sich bei LGR Rheine um zwei HMI-Anwendungen (Human-Machine-Interface) unter Windows, mit Anbindung an 17 Siemens S7-300 zur Lagerverwaltung, an einen Marquip-Querschneider und drei K&B-Druckmaschinen sowie vier Stanzen und drei ASI-Trade Kaschiermaschinen, die weitergenutzt und fit für die Zukunft gemacht werden sollten.
Krifft & Zipsner erreichte dieses primäre Ziel mit der Implementierung der eigenen Software KriZiTransDesk in den Versionen Professional und Web. KriZiTransDesk übernimmt die Steuerung der Logistik zwischen den Maschinen und umgeht damit auch das Problem der Kompatibilität. Die Anbindung an die kundeneigene BDE erfolgte per MS-SQL Datenbank.
Software-Update zur Prozessautomatisierung genutzt
LGR hatte in den letzten Jahren neue Fertigungsmaschinen installiert und damit auch die Kapazitäten gesteigert. Da die alte HMI-Software wurde nur bedingt erweitert worden war, passte das ursprüngliche Logistik-Konzept nicht mehr zu den gestiegenen Anforderungen.
Bei den alten Applikationen waren deshalb immer wieder manuelle Eingriffe nötig. Der jeweilige Bereichsleiter war während seiner Schicht oftmals damit beschäftigt, einzelne Stapel oder Aufträge im Halbautomatik-Modus zu den Maschinen zu transportieren lassen oder auch Umlagerungen zu vollziehen.
Mit der Implementierung der neuen HMI wurden daher Maßnahmen für eine Automatisierung umgesetzt: Eine RFID-Anbindung der Transferwagen zur Sicherstellung der Auftragsdaten je Stapel und möglichst auftragsreine Einlagerung, so dass keine unnötigen Umlagerungen notwendig werden.
Auch wird jetzt die Auftragsreihenfolge zur Belieferung der Maschinen über eine Datenbank-Anbindung von der Planung vorgeben. Für mehr Flexibilität in der Fertigung wurde zusätzlich die Möglichkeit geschaffen, einen Pool von maximal fünf Aufträgen frei zu wählen. Und auch die manuelle Bestellung einzelner Aufträge ist weiter möglich.
Die neu eingerichtete Lager- und Stapelverfolgung ermöglicht auch, von den verschiedenen Bedienstationen von Druck- und Kaschiermaschinen Aufträge gezielt per „Order-Tool“ zu platzieren, die dann vollautomatisch und bedarfsgerecht zwischen den Bereichen transportiert werden.
Die Druckmaschinen werden jetzt nicht mehr über reine Auftragsnummern beliefert, sondern nun über gleichartige Ware, konkret: Länge, Breite und Karton-Eigenschaften.
Zusätzlich wurde der Abruf von Aufträgen aus dem Lager der Druckerei zu den drei Kaschiermaschinen so weit automatisiert, dass die benötigen Mengen, beziehungsweise Stapel, in ein kleines Zwischenlager mit bis zu drei 3 Stapeln pro Kaschiermaschine transportiert werden.
Falls eine Rotation der Stapel nötig ist, wird zuvor ein Drehtisch automatisch angefahren, der Stapel gedreht und dann zu dem entsprechenden Ziel des Zwischenlagers verbracht. Der jeweilige Anleger wird ebenso automatisch bestückt.
Fazit: Ein Problem zur Chance gemacht – und diese bestmöglich genutzt
Mit der neuen Software-Lösung kann die vorhandene Logistiklösung nicht nur weiter genutzt werden, sie ermöglicht nun auch einen automatischen Durchfluss der Kundenaufträge: Der gesamte Fertigungsprozess vom Weg vom Querschneider mittels Transferwagen in das Druckerei-Zwischenlager und von dort über einen weiteren Transferwagen zu den Druckmaschinen sowie dann zum Zwischenlager für die Kaschiermaschinen funktioniert jetzt ohne manuelles Eingreifen.
Nach Abruf der benötigten Aufträge für die Kaschiermaschinen durch den Maschinenbediener werden dann die Stapel automatisch per drittem Transferwagen aus dem Zwischenlager über Dreheinheit zum Zwischenlager und dann zum Anleger der Kaschiermaschinen transportiert
Mit der neuen Lösung auf Basis von KriZiTransDesk Professional und Web ist nun ein völlig automatisches und zukunftsfähiges Lager- und Transportsystem entstanden, welches der heute erforderlichen „Just-in-Time“-Belieferung von Maschinen völlig entspricht.
Da die Umstellung im Werk Rheine die an sie gestellten Erwartungen mehr als erfüllte, wurde bereits ein weiteres Werk umgestellt, zwei weitere sollen noch folgen.
Mehr zu den Lösungen von Krifft & Zipsner erfahren Sie unter krifft-zipsner.de
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